Avodah Zarah 135

Kapitel 135

א שאין ראויה לגר אינה קרויה נבלה
1 was für den Fremdling nicht geeignet ist, heißt nicht Aas. –
ב ור"מ ההוא למעוטי סרוחה מעיקרא ור"ש סרוחה מעיקרא לא צריכא מיעוטא עפרא בעלמא הוא
2 Und R. Meír? – Dies schließt das schon vorher Stinkende aus. – Und R. Šimo͑n!? – Das schon vorher Stinkende braucht nicht ausgeschlossen zu werden, denn es ist nichts weiter als Staub.
ג אמר עולא מחלוקת שהשביח ולבסוף פגם אבל פגם מעיקרא דברי הכל מותר
3 U͑la sagte: Der Streit besteht nur über den Fall, wenn [das Verbotene den Geschmack] zuerst verbessert und nachher verschlechtert hat, wenn es ihn aber von vornherein verschlechtert hat, so stimmen alle überein, daß es erlaubt sei.
ד איתיביה רב חגא לעולא יין שנפל לתוך עדשים וחומץ שנפל לתוך גריסין אסור ור"ש מתיר והא הכא דפגם מעיקרא הוא ופליגי
4 R. Ḥaga wandte gegen U͑la ein: Wenn [verbotener] Wein in Linsen oder Essig in Graupen gekommen ist, so sind sie verboten und nach R. Šimo͑n erlaubt. Hierbei war ja [die Geschmacksverleihung] von vornherein verschlechternd, und sie streiten!?
ה אמר עולא חגא לא מידע ידע מאי קאמרי רבנן תיובתא קא מותיב הכא במאי עסקינן כגון שנפל לתוך גריסין צוננין והרתיחם נעשה כמי שהשביח ולבסוף פגם ואסור
5 U͑la erwiderte: Ḥaga weiß nicht, was die Gelehrten sprechen, und erhebt Einwände! Hier handelt es sich um den Fall, wenn er in kalte Graupen gekommen ist und man sie nachher gewärmt hat; hierbei wurde [der Geschmack] zuerst verbessert und nachher verschlechtert, daher sind sie verboten.
ו ור' יוחנן אמר בפוגם מעיקרא מחלוקת
6 R. Joḥanan aber sagte: Sie streiten über den Fall, wenn [die Geschmacksverleihung] von vornherein verschlechternd war.
ז איבעיא להו בפוגם מעיקרא מחלוקת אבל השביח ולבסוף פגם דברי הכל אסור או דלמא בין בזו ובין בזו מחלוקת תיקו
7 Sie fragten: Streiten sie nur über den Fall, wenn die Geschmacksverleihung von vornherein verschlechternd war, während alle übereinstimmen, daß, wenn sie vorher verbessernd war und nachher verschlechternd wurde, es verboten sei, oder streiten sie über das eine und das andere? – Dies bleibt unentschieden.
ח אמר רב עמרם אפשר איתא להא דר' יוחנן ולא תניא לה במתניתין
8 R. A͑mram sagte: Ist es denn möglich, daß das, was R. Joḥanan gesagt hat, nicht in einer Mišna gelehrt worden sein soll?
ט נפק דק ואשכח דתניא שאור של חולין שנפל לתוך העיסה ויש בו כדי להחמיץ והחמיצה ואח"כ נפל שאור של תרומה או שאור של כלאי הכרם ויש בו כדי להחמיץ אסור ור"ש מתיר
9 Als er fortging, dachte er nach und fand folgende Lehre: Wenn Sauerteig von Profanem, der zur Säuerung ausreicht, in Teig gekommen ist und ihn gesäuert hat, und darauf Sauerteig von Hebe oder Mischfrucht, der ebenfalls zur Säuerung ausreicht, in diesen gekommen ist, so ist er verboten und nach R. Šimo͑n erlaubt.
י והא הכא דפגם מעיקרא הוא ופליגי
10 Hierbei war ja [die Geschmacksverleihung] von vornherein verschlechternd, und sie streiten.
יא א"ר זירא שאני עיסה הואיל וראויה לחמע בה כמה עיסות אחרות
11 R. Zera entgegnete: Anders ist es beim Sauerteige, da man damit viele andere Teige säuern kann. –
יב ת"ש שאור של תרומה ושל חולין שנפלו לתוך העיסה בזה כדי להחמיץ ובזה כדי להחמיץ וחימצו אסור רבי שמעון מתיר נפל של תרומה תחלה ד"ה אסור נפל של חולין ואח"כ נפל של תרומה או של כלאי הכרם אסור ור"ש מתיר
12 Komm und höre: Wenn Sauerteig von Hebe und Sauerteig von Profanem, von denen der eine zur Säuerung ausreicht und der andere zur Säuerung ausreicht, in den Teig gekommen sind, und ihn zusammen gesäuert haben, so ist er verboten und nach R. Šimo͑n erlaubt. Ist aber der von der Hebe zuerst hineingekommen, so ist er nach aller Ansicht verboten; ist der vom Profanen zuerst und nachher der von der Hebe oder der von der Mischfrucht hineingekommen, so ist er verboten und nach R. Šimo͑n erlaubt.
יג והא הכא דפגם מעיקרא ופליגי וכי תימא ה"נ
13 Hierbei war ja [die Geschmacksverleihung] von vornherein verschlechternd, und sie streiten!? Wolltest du erwidern, hier sei es ebenfalls